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Kirchenmitgliedszahlen 2019 für den Stadtkirchenbezirk Mannheim

Mitgliederrückgang durch Kirchenaustritte und demografischen Wandel. Dekan Hartmann sieht Herausforderungen und Chancen.

(01.07.2020, Mannheim) Der Stadtkirchenbezirk Mannheim hat laut Mitgliederstatistik 2019 derzeit 66.599 Mitglieder, 2018 waren es noch 68.361. Mit Blick vor allem auf die Kirchenaustritte sagt Dekan Hartmann: „Wir müssen umdenken und an einigen Stellen unsere Arbeit neu denken.“

Die Evangelische Landeskirche in Baden, zu der der Stadtkirchenbezirk Mannheim gehört, hat die Mitgliederstatistik 2019 bekanntgegeben. Demnach sank die Zahl der Kirchenmitglieder in Mannheim auch aufgrund des demografischen Wandels und Wegzüge im Vergleich zum Vorjahr um 1.762 Mitglieder. Besonders schmerzlich sind dabei die 1.323 Kirchenaustritte. „Ich muss es klar sagen“, so Dekan Ralph Hartmann, „diese Zahlen tun mir weh, aber sie entmutigen uns nicht“. Denn, das hätten besonders die letzten Monate gezeigt, die Begleitung der Menschen auf der Suche nach Trost, Hoffnung und Zuversicht sei „wichtiger denn je“. An dem Auftrag, das Evangelium zu verkünden und für ein versöhntes Miteinanderin Frieden und Gerechtigkeit aktiv zu sein, ändern die aktuellen Mitgliedszahlen nichts, so Hartmann. Doch müsse sich Kirche neu ausrichten. Der beständige Satz „Die Kirche reformiert sich immer“ sei sehr aktuell. Kirche sein, so Hartmann „heißt immer, mutig und wach in der Welt stehen.“

„Wir müssen uns fragen: Worauf wollen wir uns künftig konzentrieren?“

Vor allem die kontinuierlich steigenden Kirchenaustritte, so Hartmann, werfen Fragen auf nach der Wirkung und der Reichweite in die Sozialräume und in die Gesellschaft insgesamt. „Kümmern wir uns ausreichend auch um diejenigen Mitglieder, die anlassbezogen und aus der Distanz unsere Dienste und Angebote wahrnehmen wollen?“ Mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen ist unmittelbar ein Rückgang der finanziellen Mittel verbunden. Weniger Kirchensteuern bedeuten weniger Finanzmittel, v.a. für Gebäude. Wir müssen uns fragen: Worauf wollen wir uns künftig konzentrieren?“, konstatiert Dekan Hartmann. Denn mit Sparen sei die Aufgabe nicht zu lösen. „Wir müssen umdenken. Es gelte, mehr unterschiedliche Angebotsformen und zugleich weniger vom Gleichen zu anzubieten. „Darin besteht die Herausforderung, aber auch die Chance.“

Den Mitgliederrückgang sieht Hartmann im Kontext einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, wonach Menschen Institutionen, die „eine Brücke über Generationen und gesellschaftliche Gruppenhinweg bilden wollen“, eher eine Skepsis entgegenbringen. So verliere auch die Kirche jedes Jahr Mitglieder, unabhängig wie gut oder weniger gut kirchliche Arbeit sei. „Wir leisten vielfach tolle Arbeit in unseren Gemeinden, in den kirchlichen und diakonischen Einrichtungen“, ist Hartmann dankbar. Der Kreativitätsschub der letzten Monate in digitalen und analogen Angeboten mache ihn optimistisch. Und er danke all denjenigen, die durch ihre Kirchenmitgliedschaft die kirchliche Arbeit in der Verkündigung, Seelsorge und Diakonie und Arbeit ermöglichen. (dv)

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