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Erster Glockenschlag auf der BUGA

Kirche auf der BUGA: Historische Glocke wird für Frieden und Zuversicht läuten

(Mannheim, 24.10.2022) Feierliches Einläuten auf dem kirchlichen BUGA-Areal: Eine historische Kirchenglocke, die dem Einschmelzen während des 2. Weltkrieges entkam, ist als erstes Element auf dem 700 Quadratmeter großen Gelände des MöglichkeitsGartens eingetroffen. Die geschichtsträchtige Glocke aus der Mannheimer Jesuitenkirche erklang am Wochenende im Beisein der Dekane Ralph Hartmann und Karl Jung sowie BUGA-Geschäftsführer Michael Schnellbach und geladener Gäste zum ersten Mal. Ab dem 14. April wird sie auf dem Erlebnisareal regelmäßig geläutet, um zu Gottesdiensten, zu den täglichen Mittagsandachten und dem abendlichen „Singen & Segen“ einzuladen.

„Eine Glocke ist ein wichtiges Symbol für unsere Kirche“

Der kirchliche Ort auf dem weitläufigen BUGA-Gelände soll nicht ohne Glocke sein. „Eine Glocke muss her, das war uns für die Gestaltung des Geländes sehr wichtig. Denn sie ist ein wichtiges Symbol für unsere Kirche“, waren sich der evangelische Dekan Ralph Hartmann und sein katholischer Kollege Karl Jung einig. Lange musste nicht nach einem Exemplar gesucht werden. Denn die intakte Carl-Borromäus-Glocke, die ehemals in der Jesuitenkirche hing, ist nun für den kirchlichen MöglichkeitsGarten auf dem BUGA-Gelände zu neuem Leben erweckt worden. Bei einem Glockenfest für geladene Gäste breitete sich ihr Klang während einer Andacht zum ersten Mal über das Gelände aus.

Die Letzte ist die Erste

Dekan Karl Jung segnete die Glocke gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen. „Diese Glocke ruft jetzt und künftig auf der BUGA zum Gebet“. Sein evangelischer Kollege Ralph Hartmann betonte: „Eine Glocke ist etwas sehr Irdisch-Archaisches und sie weist gen Himmel. Ich bin froh und dankbar, dass wir sie hier auf dem Gelände haben“. Auch für BUGA-Geschäftsführer Schnellbach war dies ein besonderer Moment: „Dieser kirchliche MöglichkeitsGarten wird ein Hingucker sein“, ist er überzeugt. „Die Ideen und das Engagement dafür sind wirklich toll“.

Die Glocke ist auf einem Steinblock angebracht und wird mit einem Klöppel angeschlagen. „Diese Glocke kam als Letztes in unserer konkrete Planung hinzu und steht nun als erstes auf unserem Gelände“, freut sich Gemeindereferentin Barbara Kraus vom ökumenischen BUGA-Büro, die der Glocke vor Ort den ersten Ton entlockte. „Mit ihr werden wir zu hören sein auf der BUGA, wir bringen uns mit ihr zum Klingen.“ Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, ergänzt ihre evangelische Kollegin BUGA-Pfarrerin Nina Roller, dass die Kirchen da seien. „Wir wollen in Kontakt mit den Menschen sein und einbringen, was wir an Zuversicht einzubringen haben“. Auch die Glocke sei dafür ein ermutigendes Zeichen.

Im Zweiten Weltkrieg dem Einschmelzen für die Rüstungsindustrie entkommen

Die Geschichte dieser Glocke steht symptomatisch für das, was der MöglichkeitsGarten mit seinem Motto „Hier wachsen Perspektiven“ auf der BUGA vermitteln möchte: Vorhandenes (wieder)entdecken und in neue Kontexte stellen, Bestehendes nutzen und es in hoffnungsvolle Zuversicht einbinden.

Denn die 1755 im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor gegossene Glocke klang schon Wolfgang Amadeus Mozart im Ohr und hat gleich mehrere Kriege überstanden. Bis 1942 war sie Teil des ursprünglich sechsstimmigen barocken Geläuts der Mannheimer Jesuitenkirche. Doch während des zweiten Weltkrieges sollte sie gemeinsam mit ihren großen Geschwistern eingeschmolzen und zu Munition verarbeitet werden. Ihr Glück war ihre Größe – die kleinsten Glocken wurden vielerorts verschont. Nach ihrer unversehrten Rückkehr nach Mannheim lieh sie der Jesuitenkirche bis 1975 ihre Stimme. Seitdem klingt ein neues Geläut und die Carl-Borromäus-Glocke wurde in der ehemaligen Kreuzkapelle des Gotteshauses aufbewahrt. Nach rund 50 Jahren Stille erklingt sie nun wieder. Das soll auch nach der BUGA23 so bleiben, verrät der Glockensachverständige der Erzbischöflichen Glockeninspektion Freiburg Johannes Wittekind beim Fest: „Sie soll wieder in den Turm der Jesuitenkirche einziehen. Dafür freuen wir uns über Spenden.“ (Text und Bilder: kibuga23//dv/schu)

 

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